Wechselmauerwerk bauen 

Wechselmauerwerk

Stützmauer-Mauerwerksverbände
Mauerwerksverbände
Das Wechselmauerwerk gleicht einer von Hand gebauten Natursteinmauer. Und ähnlich wie diese ist auch hier ein exaktes Arbeiten und handwerkliches Geschick gefragt. Zudem werden einige zusätzliche Formate benötigt. Planen Sie etwas Extrazeit ein, insbeondere beim ersten Mal.
Mit der Allan Block Kollektion lassen sich abwechslungsreiche Wechselmauermuster, sowie willkürliche Wechselmauern errichten. Bei den Wechselmauermustern wiederholt sich die Optik alle zwei oder drei Blockreihen.
Eine Reihe entspricht der Höhe eines Standardblocks, in etwa 200 mm. Willkürliche Wechselmauern in einer bewehrten Wand benötigen zur korrekten Verlegung der Geogitter alle zwei oder drei Reihen eine horizontale Oberkante. Überprüfen Sie anhand Ihrer Ausführungspläne die Annordnung der Geogitter.
Achtung:
- Wechselmauerwerke haben immer eine Wandneigung von 84°
- Geschwungene Stützwände sollten als 2-reihiges Wechselmauerwerk ausgeführt werden, um Zuschnitte und Anpassungen zu minimieren.
- Die Basisreihe sollte immer aus einer Reihe gleichgroßer Standardblöcke bestehen.
- Für 3 m Wandlänge werden 9 Standardblöcke benötigt.
Basisreihe mit Standardblöcke versetzen und verdichten
Geogitter einbauen
Die erste Wandreihe versetzen und die Blockkerne mit Wandschotter verfüllen
Wandschotter und Füllmaterail werden parallel zur Stützwand verdichtet
Verdichten Sie zunächst auf den Blöcken, und dann das Schotter. Das Füllmaterial erst, wenn der Verbandsabschnitt fertig ist
Geogitter einbauen und weitere Verbandsabschnitten versetzen. Springender Verband
Möglichkeiten mit Wechselmauerwerk
Die AB Kollektion wird für eine einfache Montage eines Wechselmauerwerks in zahlreichen Größen gefertigt. Sie können zudem unterschiedliche Mauerwerksverbände kombinieren. In diesem Baukastensystem passt ein Block zum anderen.
1. Schritt: Aushub und Basisreihe versetzen
MERKE: Die Basisreihe sollte komplett aus Standardblöcke bestehen. So können Sie schneller ausgleichen und bauen.
Der Aufbau der Basisreihe ist detailliert auf die Seite 25 beschrieben. Die Kapitel sind wie folgt gegliedert: 1) Vorbereitung und Aushub 2) Sohlmaterial einbringen 3) Aufbau der ersten Wandreihe 4) Wandschotter und Hinterfüllmaterial einbringen sowie 5) Verdichten.
MERKE: Die Basisreihe sollte komplett aus Standardblöcken bestehen. So können Sie die Basisreihe schneller ausrichten und bauen.
Schritt 2: Geogitter einbauen
Folgen Sie den Angaben Ihres Ausführungsplans. Dieses Beispiel erfordert eine Geogitterlage auf der Basisreihe.
- Entfernen Sie alles überschüssige Material von der Oberfläche der Basisreihe. So erhalten Sie eine ebene Grundlage für das Geogitter und die nächste Wandreihe.
- Schneiden Sie das Geogitter auf die vorgegebene Länge. Beachten Sie dabei die Herstellerangaben bezüglich Festigkeit und Zugrichtung. Die exakte Größe und Einbaulage finden Sie in Ihren Konstruktionsplänen.
- Legen Sie die Schnittkante an die Rückseite der erhöhten Frontlippe. Rollen Sie nun das Geogitter in der vorgegebenen Länge von den Stützwand in den Hinterfüllbereich ab.
Schritt 3: Wechselmauerwerksreihen versetzen
In diesem Beispiel wird ein 2-reihiges Wechselmauerwerk gezeigt. Prüfen Sie, ob sich für ihr spezielles Projekt ein 2- oder 3-reihiges Wechselmauerwerk besser eignet. Die verschiedenen Wechselmauerwerke sind auf der Seite 32 abgebildet.
- Die erste Blockreihe wird direkt auf das Geogitter und die Basisreihe gesetzt.
- Richten Sie die Blöcke in der Höhe und Flucht aus. Ziehen Sie nun das Geogitter faltenfrei und befestigen es im Hinterfüllbereich.
- Verfüllen Sie die Hohlkammer der Blöcke und einen 30 cm breiten Bereich dahinter mit Schotter. Die Verdichtung in den Kammern können Sie mit dem Schaufelstiel vornehmen. Kontrollieren Sie die Blöcke auf ihre Höhe. Weitere Informationen zur Verdichtung in den Kammern sind unten beschrieben.
- Hinter dem mit Schotter verfüllten Bereich verwenden Sie geprüften Boden. Die Schichtdicken des Schotter- und Hinterfüllmaterials dürfen vor dem Verdichten nicht mehr als 20 cm betragen. Beim Wechselmauerwerk reicht die Schüttschicht nicht bei jedem einzelnen Block bis zur Oberkante.
- Mit einem leichten Plattenrüttler wird jetzt der Wandschotter und das Füllmaterial hinter der Stützwand in maximal 20 cm dicken Schichten lagenweise verdichtet. Beginnen Sie mit der Verdichtung direkt hinter den Blöcken und arbeiten Sie sich in parallelen Bahnen zum Hanganschnitt. Verdichten Sie das Material auf mindestens 95% des Standard Proctor
- Überprüfen Sie die Ausrichtung der Blöcke und erstellen Sie den Rest des 2-reihigen Verbandabschnitt. Verfüllen Sie die Hohlkammern der Blöcke und den Bereich dahinter mit Schotter. Bringen Sie anschliessend eine Schicht mit geprüftem Boden ein. Richten Sie alle Blöcke in ihrer Flucht und Höhe aus. Alle Blöcke müssen beim 2-reihigen Wechselmauerwerk bis zu diesem Schritt eine ebene Oberfläche bilden.
- Nun ist der erste Verbandabschnitt des 2-reihigen Wechselmauerwerks erstellt. Beginnen Sie mit der Verdichtung des Wandschotters direkt auf den Blöcken. Für die Verdichtung des Schotters in den Hohlkammern und einen 30 cm breiten Bereich dahinter ist ein leichter Plattenrüttler zu verwenden.
- Verdichten Sie anschliessend auch das Hinterfüllmaterial in zur Wandfront parallelen Bahnen. Das Hinterfüllmaterial ist auf mindestens 95% des Standard Proctor zu verdichten. Die Blöcke sind auf Höhe und Flucht zu korrigieren.
- Prüfen Sie die Höhe und Flucht der Wandkonstruktion. Allfällige Höhendifferenzen können mit einen rückschlagfreien Hammer oder etwas feinem Sand ausgeglichen werden. Auch Unterlegscheiben bis 3 mm können zum Ausgleich verwendet werden
- Halten Sie alle schweren Geräten mindestens 1 m von der Rückwand entfernt!
4. Schritt: Versetzen der 2. Wechselmauerwerksreihe
Kontrollieren Sie anhand Ihrer Ausführungspläne, ob bei der nächsten Wandreihe eine Geogitterlage erforderlich ist.
- Wiederholen Sie den 2. Schritt, wenn gemäss Ihren Konstruktionsplänen eine weitere Geogitterlage erforderlich ist.
- Wiederholen Sie den 3. Schritt um einen neuen Verbandabschnitt zu erstellen. Verschieben Sie den neuen Verbandabschnitt zum erstellten Verbandabschnitt, damit sich eine unregelmässige Wandansichtsfläche ergibt.
MERKE: Halten Sie mit allen schweren Geräten einen Abstand von mindestens 1 m zu den Blöcken ein.
5. Schritt: Stützwandabschluss und Mauerkrone
Der Wandabschluss wird bei einem Wechselmauerwerk auf dieselbe Weise erstellt, wie bei einem Mauerwerk mit einer einheitlichen Blockgrösse. Konstruktionsdetails dazu finden Sie auf der Seite 40. Es ist jedoch im Gegensatz zu einem Mauerwerk mit einer einheitlichen Blockgrösse beim Wechselmauerwerk darauf zu achten, dass die Mauerkrone mit einem ebenen Verbandabschnitt abgeschlossen wird.
- Verwenden Sie für die oberste 20 cm starke Schicht einen undurchlässigen Boden.
Stützwände mit Geogitterbewehrung
- Erfordert die Stützwand aufgrund der Statik im Abstand von 40 cm eine Geogitterlage, ist ein 2-reihiger Verband des Wechselmauerwerks zu wählen. Ist im Abstand von 60 cm eine Geogitterlage notwendig, eignet sich der 3-reihige Verband des Wechselmauerwerks.
- Wenn Sie ein Wechselmauerwerk mit Geogitterbewehrung planen, müssen durchgehende ebene Verbandabschnitte für die Geogitterlagen vorgesehen werden.
Verdichten beim Wechselmauerwerk
Die Verdichtung in den Hohlkammern muss beim Wechselmauerwerk regelmässig erfolgen. Ein Schaufelstiel eignet sich für die Verdichtung des Schotters in den unterschiedlich hohen Blöcken. Die Hohlkammern müssen nach dem Verdichten wieder ganz mit Schotter aufgefüllt werden. Für die Verdichtung des Schotters direkt hinter den Blöcken können Sie, wie in diesem Handbuch beschrieben, einen leichten Plattenrüttler verwenden.
Jeder Verbandabschnitt des Wechselmauerwerks hat eine ebene Oberfläche. Richten Sie die Blöcke nach jedem Verbandabschnitt in der Höhe aus. Fahren Sie mit dem Plattenrüttler direkt über die Blöcke und verdichten den Schotter. Auf dem Verbandabschnitt kann nun eine Geogitterlage verlegt werden. Mit dem nächsten Verbandabschnitt wird nachher wieder von neuem begonnen. Verdichten Sie beim Aufbau eines Verbandabschnitt lagenweise in 20 cm starken Schichten.
Wechselmauerwerk abschließen
Ein Wechselmauerwerk kann mit Abtreppungen oder Eindrehungen abgeschlossen werden. Beim Abschluss wird das Muster unterbrochen und nach Belieben vervollständigt.
Kurven
Kurven sind bei einem 2-reihigen Verband einfacher zu erstellen als bei einem 3-reihigen Verband, der mehr Passarbeit und Zuschnitte erfordert.
Innenkurven sind einfacher zu erstellen, wenn ein enger Blockabstand in der Stützwandansicht eingehalten wird.Erfordert die Situation noch engere Kurven, müssen eventuell Teile der Blockunterkante entfernt werden
Außenkurven werden durch die Wandneigung mit zunehmender Höhe immer enger. Es gibt drei Möglichkeiten, wie Sie bei engen Aussenkurven dennoch eine passende Lösung finden:
- Erweitern Sie den Abstand zwischen den Blöcken an der Basisreihe, so dass die letzten Blockreihen nur einen minimalen Zuschnitt erfordern.
- Verkürzen Sie die Blocklängen mit einem Zuschnitt. Verwenden Sie für den Zuschnitt ein Diamantsägeblatt.
- Entfernen Sie Teile der Blockunterkante
Die beste Lösung bei Kurven ist der 2-reihige Mauerwerkverband.
Wechsemauerwerk mit Ecken
Wechselmauerwerk mit Stufen
Ecken
- Beginnen Sie den Maueraufbau bei der Ecke und fahren Sie in beide Richtungen fort.
- Stufen Sie die Verbandabschnitte zur Ecke ab. Versetzen Sie zwischen der Ecke und dem abgestuften Verbandende die Blöcke in einem beliebigen Muster
Merke: Beginnen Sie als erstes immer an der tiefsten Stelle mit der Basisreihe. Ist die Basisreihe erstellt, wird der Mauerwerkaufbau bei der Ecke begonnen.
Innenecken werden genauso wie beim normalen Mauerwerk aufgebaut.
Stufen
Verwenden Sie beim Einbau von Stufen in ein Wechselmauerwerk den Normalstein AB.
Auftreppungen
Beginnen Sie immer am tiefsten Punkt mit der Basisreihe.
Weitere Konstruktionstipps
- Versetzen Sie die aufeinander geschichteten Verbandabschnitte zueinander. So erhalten Sie durch das verschobene Fugenmuster ein stimmiges Gesamtbild.
- Stützwände mit mehreren Innen- und Außenkurven sind mit einem 2-reihigen Wechselmauerwerk viel einfacher herzustellen, als mit einem 3-reihigen Wechselmauerwerk.





